Eine Idealistin in Berlin

Die 29-jährige Pilippa Sigl-Glöckner gehört zu den einflussreichsten Frauen ihrer Generation. Sie will das System verändern. Ihr Instrument: die Lehre der Volkswirtschaft.

Wer an diesem Frühlingsabend am Restaurant „Pratergarten“ im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg vorbei läuft, ahnt nicht, dass die Gruppe junger Menschen an einem der vielen besetzten Holztische gerade das Zusammenspiel von Fiskal- und Geldpolitik debattiert. Im ersten Moment denkt man gar, da säßen nur Männer – typische Berliner Hipster in Hochwasserhosen, Nerd-Brille und langen Haaren; erst auf den zweiten Blick fallen die drei Frauen auf, die zwischen ihnen sitzen. Mittendrin eine schlanke, große Brünette, die Haare lässig zum Knoten gebunden, keine Schminke, dafür Perlenohrringe. Vor ihr steht eine halb ausgetrunkene Rhabarberschorle. Alleine an ihrer Ausstrahlung, ihrem Benehmen und ihrer Nonchalance erkennt man, dass sie wohl eine wichtige Rolle spielt in dieser Gruppe und dass das, was sie zu sagen hat, von Gewicht ist und Belang. (Auszug) Erschienen in Bilanz – Das deutsche Wirtschaftsmagazin, Mai 2019



Veröffentlicht13. Mai 2019 von Melanie in Kategorie "Arbeitsproben